Der Chor


Wissensertes zum Chor

Stadtkantorei Bochum



Im Dienst der großen Kirchenmusik

Festkonzerte, Passionen, Oratorien und Kantaten: Seit über fünfzig Jahren erleben die Zuhörer kostbare Juwelen des geistlichen Repertoires, wenn die Stadtkantorei Bochum zu ihren Konzerten einlädt, um die großen Werke der chorsinfonischen Kirchenmusik live zum Erklingen zu bringen. Von Anfang an musiziert die Stadtkantorei gemeinsam mit den Bochumer Symphonikern in der Christuskirche am Rathaus in Bochum, Stammsitz des Chores.
Karfreitag 2011
1959 gegründet, nimmt die Stadtkantorei seither als einer der bedeutenden Bochumer Konzertchöre einen festen Platz im Musikleben der Stadt ein und begeistert mit jährlich drei und mehr Aufführungen des großen geistlichen Repertoires ihr Publikum – vom Bach’schen Weihnachtsoratorium und seinen ergreifenden Passionen und Kantaten über Haydns Schöpfung und Mozarts Requiem und Messen bis hin zu den anspruchsvollen geistlichen Werken eines Beethoven, Berlioz, Dvorak, Verdi, Puccini, Mendelssohn oder Brahms sowie Messen französischer Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts. Dabei erweist sich die Zusammenarbeit mit den Bochumer Symphonikern ebenso als Glücksfall wie die Verpflichtung zumeist namhafter Solisten. Bei den großen Chorkonzerten der BoSys unter der Leitung von GMD Steven Sloane ist die Stadtkantorei genauso dabei wie bei den Festveranstaltungen des Kirchenkreises Bochum, die sie regelmäßig musikalisch gestaltet.


Abenteuer Chor: Von Konzerten und Ereignissen

KMD Eberhard Otte


Sakralmusik vom Barock über die Klassik bis hin zur Moderne: Während das Repertoire des übergemeindlichen Chores des Kirchenkreises Bochum durch Vielfalt glänzt, zeichnet sich der heute etwa 90 Sänger und Sängerinnen umfassende Chor durch hohe Kontinuität aus. Gründungsdirektor war KMD Eberhard Otte, der die Stadtkantorei von 1959 bis 1985 leitete, den Chor als wichtigen Faktor im Bochumer Musikleben verankerte und die bis heute bestehende enge und erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Bochumer Symphonikern unverbrüchlich ins Werk setzte. Aus dieser Zeit stammen auch Rundfunkaufnahmen des Chores. Höhepunkt und Abschied zugleich bildete eine Konzertreise des Chores nach Sheffield, wo die Stadtkantorei beim dortigen Bach-Festival Bachs h-Moll-Messe aufführte.

KMD Bernhard Buttmann


1985 übernahm dann KMD Bernhard Buttmann - heute als Direktor an der Nürnberger St.-Sebaldus-Kirche übrigens einer der Nachfolger Johann Pachelbels - den Stab und schärfte von 1985 bis 2002 durch kluge Chorarbeit das künstlerische Profil der Stadtkantorei, u. a. durch die stilistisch-künstlerische Erweiterung des Repertoires und eine konsequente Stimmbildung der Choristen. In die Ära Buttmann fällt auch eine Polen-Tournee mit sechsfacher Aufführung des Mozart-Requiems in fünf Tagen und fünf Kirchen mit dem Orchester der Musikakademie Breslau (1997), zudem die musikalische Gestaltung des Eröffnungsgottesdienstes des 24. Deutschen Evangelischen Kirchentages (1991) mit Live-Übertragung in Radio und Fernsehen, die Eröffnung der "Woche der Brüderlichkeit" mit Schönbergs "Ein Überlebender aus Warschau" (1994) sowie die Teilnahme an der Eroberung der Jahrhunderthalle für die Musik durch GMD Eberhard Kloke, u. a. mit einem wegweisenden Thomas-Tallis-Konzert für 40 Stimmen (1994). Als hervorragendem Organisten und Orgelspezialisten oblag Bernhard Buttmann die Disposition gleich zweier Klais-Orgeln, wodurch der Stadtkantorei Bochum die Ehre zuteil wurde, mit den "Laudes Organi" von Kodaly beide Orgelbauten feierlich einzuweihen - 1998 die des Audimax' der Ruhr-Universität Bochum und 2002 die des Konzerthauses Dortmund.


Wege in die Zukunft: Von Stimmung und Stimmen

Stadtkantor Arno Hartmann
Nach einer kurzen kommissarischen Betreuung durch UMD Dr. Hans Jaskulsky, der mit dem Chor Bachs h-Moll-Messe erarbeitete, konnte die Stadtkantorei Bochum 2003 den Wiener Organisten und Dirigenten Arno Hartmann als neuen Bochumer Kreiskantoren gewinnen. Hartmann, der eine rege Konzerttätigkeit im In- und Ausland pflegt, erschloss dem Chor insbesondere mit französischer Chorliteratur der Moderne sowie Barockkonzerten in historischer Aufführungspraxis neue Repertoire-Impulse. Einen Höhepunkt der Konzerttätigkeit unter Hartmanns Ägide bildete die große Aufführung des Verdi-Requiems in der Jahrhunderthalle im Jahr 2005, die die Stadtkantorei gemeinsam mit den Bochumer Symphonikern und dem Dresdner St.-Lucas-Chor als Abschluss der Bochumer Bachtage musizierte. Eine Konzertreise nach Dresden vollendete das Verdi-Projekt im November 2010 mit einer klangschönen Aufführung des Requiems in der Dresdner St.-Lukas-Kirche, dem berühmtesten Tonstudio des Ostens. Im Rahmen von RUHR.2010 beteiligte sich die Stadtkantorei mit Strawinkys gleichnamiger Kantate am kulturhaupstadtweiten "Babel"-Projekt des künstlerischen Direktors des Themenfeldes "Stadt der Künste", Steven Sloane.


Nur drei Chorleiter in 50 Jahren, viele schöne Konzerte und gemeinsame Arbeit an einem großen Repertoire - zwischen Chor und Dirigenten scheint die Chemie zu stimmen. Und nicht nur dort, sondern auch im Chor selbst, der viele Unternehmungen startet, einen wöchentlichen Stammtisch unterhält und ein jährliches Chorwochenende durchführt.Arno Hartmann, wie vor ihm Buttmann künstlerischer Leiter der Bochumer Orgeltage und der Bochumer Bachtage sowie im Leitungsgremium des Orgelfestivals Ruhr, setzt sich gemeinsam mit der Stadtkantorei sehr für die Nachwuchsförderung ein. Neue Sänger und Sängerinnen fast aller Stimmlagen sind im Chor jederzeit herzlich willkommen.

(Ute O. Schmidt)



Im Herbst 2009 erschien zum Jubiläum die
Festschrift: 50 Jahre Stadtkantorei Bochum,

zusammengestellt von Ernst-Albrecht Plieg,

die hier unten als pdf-Dokument nachzulesen ist.

 
Teil 1 (1959 - 1985)      Teil 2 (1985 - 2009)